Gesche Gottfried

Die "Bremer Giftmörderin" – Eine historische Kriminalfallstudie (1785–1831)

📋 Biografie im Überblick

Künstlerische Darstellung von Gesche Gottfried
⚠️ Künstlerische Interpretation – es existieren keine zeitgenössischen Abbildungen

Gesche Margarethe Gottfried (geb. Timm) wurde am 6. März 1785 in Bremen geboren. Zweimal verheiratet, zweimal verwitwet – so sah ihre offizielle Biografie aus. Zwischen 1813 und 1827 vergiftete sie mindestens 15 Menschen mit Arsenik. Ihrer Umwelt galt sie als fromme, fürsorgliche Frau – daher der Beiname "Engel von Bremen".

Grundlegende Daten

Geboren: 6. März 1785, Bremen

Gestorben: 21. April 1831, Bremen

Bekannt als: "Engel von Bremen"

Verbrechen

Anzahl Opfer: 15 bestätigt + bis zu 15 gestanden

Methode: Arsenik via "Mäusebutter"

Zeitraum: 1813–1827

Endstation

Verhaftung: 6. März 1828

Hinrichtung: 21. April 1831

Zuschauer: Ca. 35.000 Personen

Wissenswert: Letzte öffentliche Hinrichtung Bremens. Der "Spuckstein" am Domshof erinnert daran.

💀 Die Opfer

Mindestens 15 Opfer sind dokumentiert.

Nr.NameBeziehungJahrMotiv
1Maria Elisabeth TimmMutter1813Erbschaft
2Johann Heinrich TimmVater1813/14Erbschaft
3Gertrud Elisabeth TimmSchwester1813Erbschaft
4Christian Diedrich GottfriedEhemann1816Erpressung
5Gesche GottfriedTochter1816Unbekannt
6Poul ZimmermannVerlobter1823Geld
7Johann Christoph RumpffVermieter1826Unbekannt
8Friedrich Carl MeierGeschäftspartner1827Geld
Methode: Arsenik wurde in "Mäusebutter" gemischt und auf Brot gegeben.

⚖️ Der Prozess (1828–1831)

6. März 1828

Verhaftung nach Hinweis des Vermieters Rumpff

1828–1830

Untersuchungshaft mit intensiven Verhören

1830

Öffentlicher Prozess mit großer Medienaufmerksamkeit

21. April 1831

Hinrichtung durch Guillotine am Domshof

Hinrichtung am Domshof 1831
Die Hinrichtung am 21. April 1831 – Ca. 35.000 Zuschauer auf dem Domshof
Sie machte einen sehr verwirrten Eindruck und gab nur spärliche Aussagen.
— Gerichtsurteil

🎭 Kulturelle Rezeption

🏛️ Erinnerungsorte in Bremen

Spuckstein am Domshof

Markiert die Hinrichtungsstelle. Traditionell Ort des Spucks.

House of History im Schnoor

Umfassende Ausstellung über Gesche Gottfried.